RHÖN-KLINIKUM AG

  • WKN: 704230
  • ISIN: DE0007042301
  • Land: Deutschland

Nachricht vom 21.02.2020 | 07:24

RHÖN-KLINIKUM AG steigert Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 5,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro - Operative Herausforderungen in 2019

DGAP-News: RHÖN-KLINIKUM AG / Schlagwort(e): Vorläufiges Ergebnis
21.02.2020 / 07:24
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Corporate News

Bad Neustadt a. d. Saale | 21. Februar 2020

RHÖN-KLINIKUM AG steigert Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 5,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro - Operative Herausforderungen in 2019

- Umsatz stieg 2019 nach vorläufigen Zahlen um 5,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro; Zahl der Patienten wuchs um 1,2 Prozent auf 860.528

- EBITDA lag mit 125,3 Mio. Euro auf Vorjahresniveau; Konzerngewinn mit 44,5 Mio. Euro erwartungsgemäß unter Vorjahr; Eigenkapitalquote mit 72,7 Prozent auf hohem Niveau

- Highlights 2019: Gründung von Medgate Deutschland, Übernahme des MIT, Start Campus Bad Neustadt, Übernahme strategischer Beteiligung an Softwarefirma Tiplu

- 2019 verstärkt operative Herausforderungen an einigen Standorten; Nächste Stufe des Verbesserungsprogramms nach Maßnahmenpaket aus 2017 initiiert

- Ausblick für 2020: Umsatz in Höhe von 1,4 Mrd. Euro +/- 5 Prozent;
EBITDA in einer Spanne von 72,5 Mio. Euro bis 82,5 Mio. Euro
 

Die RHÖN-KLINIKUM AG, einer der führenden Gesundheitsdienstleister in Deutschland, hat in einem schwierigen Marktumfeld das Geschäftsjahr 2019 nach vorläufigen Zahlen mit einem Umsatzanstieg abgeschlossen. Die zunehmende Regulierung und Bürokratisierung des Krankenhaussektors und der Fachkräftemangel stellten die gesamte Branche vor große Herausforderungen. 2019 gab es in verstärktem Maß auch operative Herausforderungen an einigen unserer Standorte. Die RHÖN-KLINIKUM AG setzt sich mit umfangreichen Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung damit proaktiv auseinander.

Chancen für Zukäufe nutzen - Strukturell gut aufgestellt

Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender und Finanzvorstand der RHÖN-KLINIKUM AG, sagte: "Mit unseren fünf Klinikstandorten der Maximal- und Schwerpunktversorgung sind wir im Gegensatz zu vielen Wettbewerbern strukturell gut aufgestellt. Die Marktbereinigung, der tendenziell vor allem kleinere und mittlere Einrichtungen zum Opfer fallen dürften, haben wir vor rund sieben Jahren mit der Milliarden-Transaktion Dutzender vor allem der kleineren und mittleren Krankenhäuser an Fresenius/Helios antizipiert. Wir verfügen über einen guten finanziellen Spielraum, um bei passenden Marktgelegenheiten sinnvolle Zukäufe zu tätigen. Wir prüfen auch weitere strategische Beteiligungen an innovativen Unternehmen. Doch um auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben zu können, müssen wir unsere operative Leistungsfähigkeit noch stärker in den Fokus stellen. Nur so können wir dem Druck des Gesetzgebers Stand halten und neue Chancen ergreifen, die sich aus der Marktkonsolidierung für uns ergeben."

Die RHÖN-KLINIKUM AG nutzt die Chance für die Erschließung neuer Wachstumsfelder. Der Einstieg in den zukunftsträchtigen Telemedizin-Markt, das RHÖN-Campus-Konzept für eine sektorenübergreifende Gesundheitsversorgung und die konsequente Fortsetzung des digitalen Wandels im Unternehmen sind wichtige Säulen der Unternehmensstrategie.

Umsatz 2019 deutlich gestiegen - Konzerngewinn erwartungsgemäß unter Vorjahr

Im Geschäftsjahr 2019 ist der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 5,8 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro gestiegen. Das EBITDA lag mit 125,3 Mio. Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Die Umsatz- und EBITDA-Entwicklung blieb innerhalb der Prognose. Die EBITDA-Marge betrug 9,6 Prozent. Unter Berücksichtigung höherer Abschreibungen und Finanzierungskosten resultierte aus dem EBITDA ein Konzerngewinn von 44,5 Mio. Euro nach 51,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Das operative Ergebnis wurde durch mehrere Faktoren beeinflusst: Zum einen haben wir im Vorjahr erstmalig die positiven Ergebnisse aus der Einigung über die sogenannte Trennungsrechnung am Universitätsklinikum Gießen und Marburg bilanziell realisiert, so dass das EBITDA im Jahr 2018 von einem Betrag in Höhe von 20,0 Mio. Euro einmalig positiv beeinflusst war. Positive Effekte resultierten aus höheren Erlösen der Hochschulambulanzen in Gießen und Marburg und Nachlaufeffekten aus der früheren Fresenius/Helios-Transaktion. Weitere Einflussfaktoren waren die regulatorischen Eingriffe, ein wettbewerbsintensives Umfeld und schwierige Bedingungen bei der Gewinnung von Fachkräften.

An den fünf Klinikstandorten Campus Bad Neustadt, Universitätsklinikum Gießen und Marburg, Zentralklinik Bad Berka, Gesundheits-Campus Klinikum Frankfurt (Oder) wurden 860.528 Patienten behandelt, ein Plus von 1,2 Prozent.

Mit einer Eigenkapitalquote von 72,7 Prozent sowie einer langfristig ausgerichteten Finanzierungsstrategie verfügt das Unternehmen über eine sehr solide Finanzverfassung. Im Juli 2019 wurde das günstige Zinsumfeld genutzt und die bisherigen Finanzinstrumente um eine Namensschuldverschreibung mit einem Gesamtnominalwert von 60,0 Mio. Euro und einer Laufzeit von 20 Jahren ergänzt.

2017 initiiertes Verbesserungsprogramm wird fortgeführt

Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben zu können, muss die RHÖN-KLINIKUM AG die operative Leistungsfähigkeit noch stärker in den Fokus stellen. Es wurde eine Vielzahl organisatorischer, technischer und auch personeller Maßnahmen ergriffen, um die Abläufe in den Kliniken, in der Konzernzentrale und auch zwischen den Kliniken weiter zu optimieren, Kosten zu senken und Erlöse zu steigern. 2020 wird die Struktur der Konzern- und Standortverwaltungen in den Mittelpunkt gestellt. Hierzu wurde eine Analyse und Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die im ersten Halbjahr 2020 aufzeigen soll, wie aus effizienteren Verwaltungsstrukturen wie beispielsweise auch Shared Service Center in den Standorten und der Zentrale ein Ergebnisbeitrag generiert werden kann, der den hohen finanziellen Belastungen aus der Pflegeregulierung entgegenwirkt.

Campus Bad Neustadt - Prototyp für das Versorgungsmodell der Zukunft

Mit dem Campus-Konzept trägt die RHÖN-KLINIKUM AG einer wachsenden Bedeutung der Ambulan-tisierung der Medizin Rechnung und bietet eine exzellente medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Prävention, ambulante und stationäre medizinische Behandlung, Rehabilitation, Gesundheitsförderung und telemedizinische Angebote sind die Eckpfeiler dieses innovativen, zukunftsweisenden und patientenzentrierten Konzepts.

Das Geschäftsjahr 2019 war geprägt von Anlaufeffekten des neuen Campus in Bad Neustadt. Die Verschmelzung und die kulturelle Integration von vier, über Jahrzehnte unabhängig voneinander arbeitenden Kliniken, das Einspielen neuer Teams, die Anpassung der medizinischen und organisatorischen Prozesse und technische Herausforderungen, haben etwas mehr Zeit in Anspruch genommen als ursprünglich erwartet. Auch die mit dem Umzug einhergehende anfängliche Reduzierung der Patientenzahlen hat die operative Ergebnisentwicklung zunächst spürbar beeinflusst.

Umsetzung der Digitalisierungsstrategie wurde weiter vorangetrieben

Die Umsetzung der Digitalisierungsstrategie wurde weiter forciert. Basis für standortübergreifende Informationssysteme und für den Einsatz digitaler Anwendungen ist eine moderne IT-Infrastruktur. Sie ermöglicht eine schnelle Vernetzung aller am Behandlungsprozess Beteiligten mit dem Ziel, Patienten schneller, besser und sicherer zu behandeln.

Im Zuge ihrer Digitalisierungsstrategie hat die RHÖN-KLINIKUM AG 2019 eine strategische Beteiligung an dem Softwareunternehmen Tiplu GmbH übernommen. Wir setzen die Kodiersoftware Tiplu Momo zur vollständigen und leistungsgerechten Abrechnung, Erlössicherung und Steuerung der Verweildauer ein. Zu den digitalen Anwendungen, die an einzelnen Standorten bereits in Anwendung sind, gehört die digitale Eigenanamnese, das Online-Terminmanagement oder auch das Medical Cockpit.

Einstieg in den Wachstumsmarkt Telemedizin - Gründung von Medgate Deutschland

Auf dem Zukunftsmarkt der Telemedizin arbeitet die RHÖN-KLINIKUM AG mit dem Schweizer Telemedizinpionier Medgate an der Etablierung eines telemedizinischen Leistungsangebots. Im Dezember 2019 erfolgte die Gründung der Medgate Deutschland GmbH, an der die RHÖN-KLINIKUM AG mit
51 Prozent die Mehrheit hält, Medgate ist mit 49 Prozent beteiligt. Der operative Start des Unternehmens ist in 2020 geplant.

Telemedizin ist ein Wachstumsmarkt: Die RHÖN-KLINIKUM AG und Medgate sind davon überzeugt, dass mit dem Beginn der Öffnung der ärztlichen Berufsordnung hinsichtlich der Fernbehandlung von Patienten die Nachfrage nach telemedizinischen Angeboten auch in Deutschland signifikant steigen wird. Im Anlaufjahr der Medgate Deutschland GmbH erwarten wir einen finanziellen Aufwand im niedrigen einstelligen Millionenbereich. Die Investitionen in das moderne Geschäftsmodell der Telemedizin sollen die medizinische Wertschöpfungskette bei der RHÖN-KLINIKUM AG ergänzen und mittelfristig einen wichtigen Beitrag zur größeren Unabhängigkeit von der wirtschaftlichen Entwicklung des Kerngeschäfts mit Krankenhausdienstleistungen leisten.

Patientenversorgung am Marburger Ionenstrahltherapie-Zentrum (MIT) gesichert

Am 1. August 2019 hat die RHÖN-KLINIKUM AG die Verantwortung für den technischen Betrieb des Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrums (MIT) und das Uniklinikum Gießen und Marburg (UKGM) die medizinische Verantwortung für die Behandlung der Patienten am MIT übernommen. Seitdem konnten die Patientenzahlen deutlich gesteigert werden. Der Vorstand hat 2019 seinen Beschluss bekräftigt, den Betrieb des MIT langfristig zu sichern. Ende 2018 wurden bereits die Weichen für einen erfolgreichen Neustart gestellt. Die RHÖN-KLINIKUM AG hat vom Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) 75,1 Prozent der Geschäftsanteile an der MIT GmbH übernommen und ist somit nun alleiniger Gesellschafter.

Ausblick

Für das laufende Geschäftsjahr 2020 geht die RHÖN-KLINIKUM AG von einem Umsatz in Höhe von 1,4 Mrd. Euro in einer Bandbreite von jeweils 5 Prozent nach oben bzw. nach unten aus. Für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) rechnen wir mit einem Wert zwischen 72,5 Mio. Euro und 82,5 Mio. Euro.

Diese Prognose spiegelt die gegenüber 2019 weiter verschärften gestiegenen regulatorischen Eingriffe des Gesetzgebers, wie beispielsweise die Pflegepersonaluntergrenzen-Verordnung (PpUGV), das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) und die Mindestmengenvorgaben, wider, die unseren Konzern im Geschäftsjahr 2020 im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich zusätzlich belasten werden. Der Ausblick steht unter dem Vorbehalt möglicher regulatorischer Eingriffe mit Auswirkungen auf die Vergütungsstruktur im Jahr 2020.


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Die RHÖN‐KLINIKUM AG zählt zu den größten Gesundheitsdienstleistern in Deutschland. Der Klinikkonzern bietet exzellente Medizin mit direkter Anbindung zu Universitäten und Forschungseinrichtungen. An den fünf Standorten Zentralklinik Bad Berka, Campus Bad Neustadt, Klinikum Frankfurt (Oder), Universitätsklinikum Gießen und Universitätsklinikum Marburg (UKGM) werden jährlich mehr als 860.000 Patienten behandelt. Mehr als 17.000 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. Am Standort Bad Neustadt hat das Unternehmen auf einem Gesundheitscampus idealtypisch das RHÖN-Campus-Konzept für eine sektorenübergreifende und zukunftsweisende Gesundheitsversorgung umgesetzt. Das patientenzentrierte Konzept trägt der zunehmenden Ambulantisierung der Medizin Rechnung und hebt die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten auf ein neues Exzellenzniveau.


Weitere Informationen im Internet unter www.rhoen-klinikum-ag.com

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