Research-Studie


Original-Research: InterCard AG Informationssysteme - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu InterCard AG Informationssysteme

Unternehmen: InterCard AG Informationssysteme
ISIN: DE000A0JC0V8

Anlass der Studie: Management Interview
Empfehlung: Management Interview
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Cosmin Filker; Marcel Schaffer

Die InterCard AG Informationssysteme (kurz: InterCard AG) hat eine
umfangreiche technologische Transformation vollzogen. Das Unternehmen hat
ein neues Identifikationssystem auf den Markt gebracht, das wesentlich mehr
kann als ihr bisheriges reines Chipkartensystem: Identifikation mit dem
Smartphone parallel zur Chipkarte, zentrales Guthabenkonto mit Verwaltung
per App und vor allem die Vernetzung der generierten Daten mit anderen
Systemen wie ERP-Systemen für die Zuordnung zu Konten in der Buchhaltung.
Im Rahmen der forcierten Wachstumsstrategie hat das Unternehmen kürzlich
eine erfolgreiche Kapitalmaßnahme durchgeführt. Auch die jüngste Meldung
zum Geschäftsverlauf 2021 war positiv. Der GBC-Analyst Cosmin Filker hat
mit dem InterCard AG-Vorstand Gerson Riesle gesprochen.

GBC AG: Herr Riesle, trotz pandemiebedingter Rahmenbedingungen ist das
abgelaufene Geschäftsjahr 2021, gemäß der aktuellen Ad-hoc-Meldung,
erfolgreich verlaufen. Können Sie die Entwicklung kurz skizzieren?

Gerson Riesle: Unser Konzernumsatz ist im vergangenen Jahr 2021 von rund 21
Mio. Euro auf rund 24 Mio. Euro gestiegen. Man muss aber ehrlicherweise
dazu sagen, dass dieses Wachstum weit überwiegend an der erstmals
ganzjährigen Konsolidierung unserer neuen Tochtergesellschaft IDpendant
liegt.

Man kann insgesamt sagen, dass das gesamte Jahr 2021 bei uns operativ noch
von Schließungen an den Hochschulen belastet war. Aber trotz allem waren
wir deutlich profitabel. Und vor allem haben sich die Rahmenbedingungen zum
Jahresende 2021 stark verbessert, so dass wir mit einem guten
Auftragsüberhang in das neue Jahr 2022 starten konnten.

GBC AG: Ende letzten Jahres haben Sie eine Kapitalerhöhung erfolgreich
platziert. Ausgegeben wurden insgesamt 302.970 neue Aktien zu einem Preis
von 7,50 EUR je Aktie und damit ist Ihnen ein Brutto-Emissionserlös von
rund 2,3 Mio. EUR zugeflossen. Die zusätzlichen Mittel sollen im Rahmen der
Expansionsstrategie ins Unternehmenswachstum investiert werden. Können Sie
die Expansionsstrategie kurz erläutern?

Gerson Riesle: Unser Wachstum basiert auf zwei Säulen. Dem organischen
Wachstum unserer Tochtergesellschaften auf der einen Seite und auf der
anderen Seite weiteren Akquisitionen neuer Unternehmen.

Hier suchen wir im Moment deutschlandweit und international, beispielsweise
für Bayern, Norddeutschland und unseren Standort Valencia insgesamt 5 neue
Vertriebsmitarbeiter. Zugleich suchen und sondieren wir derzeit weitere
Übernahmemöglichkeiten und die Übernahme von Vertriebsniederlassungen im
In- und Ausland. Beides wird Kapital binden. Das Eigenkapital aus der
Kapitalerhöhung sowie unsere gute Bonität bei unseren Banken für die
Aufnahme weiterer Darlehen hat unseren Handlungsspielraum dort extrem
verbessert.

Für das organische Wachstum haben wir ein neues Identifikationssystem
entwickelt und erfolgreich auf den Markt gebracht, das mehr kann als ein
normales Chipkartensystem. Dieses System vermarkten wir in Zukunft unter
unserer neuen Marke SECANDA. Es hat eine zentrale Nutzerplattform mit einer
ID für jeden Nutzer. Ferner haben wir jetzt die App zur Chipkarte und
bieten die perfekte Vernetzung aller Daten, mit verbundenen Lösungen wie
der Zutrittskontrolle oder Bezahllösungen bis hin zu ERP-Systemen, bei
denen Vorgänge auf Basis der ID automatisch den richtigen Konten zugeordnet
werden.

Dieses System eignet sich insbesondere gut für unsere Internationalisierung
und unsere neuen Geschäftsbereiche BUSINESS (Unternehmen, Industrie,
Behörden), CARE (Kliniken, gemeinsames Wohnen) und PUBLIC (öffentliche oder
halböffentliche Bereiche bis hin zu Stadien oder ganzen
Technologiezentren).

GBC AG: Die InterCard AG ist nach eigenen Angaben Marktführer
multifunktionaler Chipkarten im Hochschulsegment. Können Sie erörtern
inwieweit die Migrationsprozesse hin zum neuen ID-Managementsystem
fortgeschritten sind beziehungsweise wie gut werden die neuen Funktionen
von den Kunden angenommen?

Gerson Riesle: Mit SECANDA haben wir ein völlig neues System auf den Markt
gebracht, das weit mehr kann als ein klassisches Chipkartensystem. Für
unsere aktuell 1,6 Mio. Studierenden, die im Moment eines unserer Systeme
nutzen, bedeutet das, dass sie neben ihrer Chipkarte, also Hochschulkarte,
in Zukunft auch ihr Smartphone nutzen können.

Heute nutzen die Studierenden die Hochschulkarte von InterCard, um mit
einer einzigen Chipkarte überall auf dem Campus zu bezahlen, Türen zu
öffnen, Bücher auszuleihen, Schließfächer zu nutzen oder die Waschmaschine
im Wohnheim zu starten. Künftig können sie das neben ihrer Chipkarte auch
mit der App. Um Guthaben aufzuladen, müssen sie nicht mehr zu einem unserer
Aufladeautomaten, sondern buchen das Geld einfach per SECANDA App von ihrem
Bankkonto ab.

Unseren Kunden bieten wir im Rahmen der für den Sommer geplanten
Kundenveranstaltungen gut abgestimmte Migrationskonzepte an, bei denen sie
all ihre installierten Terminals und Automaten, also die gesamte
Installation im Feld weiter nutzen können und trotzdem von den Vorteilen
des neuen Systems profitieren. Außerdem stellen wir gerade ein neues
eigenes Chipkarten- und Identifikationsterminal für Bezahlvorgänge fertig,
das neben NFC auch Identifikationsvorgänge auf der Basis des QR-Codes und
des Standards BLE zulässt und damit auch für iPhones von Apple geeignet
ist, was leider nicht selbstverständlich ist.

GBC AG: Wie schätzen Sie das aktuelle Marktumfeld bei Ihren Kernkunden aus
dem Hochschulmarkt ein? Diese waren besonders von der Corona-Pandemie
infolge von Schließungen/Lockdowns betroffen.

Gerson Riesle: Hier stehen die Zeichen auf Erholung. Unsere Hochschulkunden
sind wieder offener für Projekte. Bei Chipkarten- und
Identifikationssystemen an Universitäten, Hochschulen und
Studierendenwerken haben wir in Deutschland und der Schweiz einen
Marktanteil von weit über 80% und hier haben sich Schließungen vor allem in
Deutschland ausgewirkt. Stark abgefedert und abgesichert allerdings durch
unsere Chipkarten-, Lizenz- und Serviceverträge, also unsere nachhaltigen
Geschäftsmodelle.

GBC AG: Derzeit herrschen ja noch flächendeckende Lieferengpässe,
insbesondere in der Chipbranche. Sie haben Ende letzten Jahres auf der
m:access-Konferenz mitgeteilt, dass Sie über das Vorratsmanagement Vorsorge
getroffen haben. War die InterCard dennoch von Lieferengpässen betroffen?

Gerson Riesle: Insgesamt sind wir nach wie vor tatsächlich nicht von echten
Lieferengpässen betroffen. Wir haben schon Anfang letzten Jahres in enger
Abstimmung mit all unseren Hochschulkunden unsere langfristigen
Chipkartenbestellungen weit über das normale Maß hinaus abgesichert und
auch unser Lager für elektronische Bauteile kräftig aufgestockt.

Es gibt aber kleinere Unregelmäßigkeiten. Beispielsweise konnten wir einen
Großauftrag der Polizei in Nordrhein-Westfalen über eine halbe Million Euro
im Dezember 2021 nicht vollständig abschließen, weil ein paar Screens für
Automaten zum Aufladen des Guthabens gefehlt haben. Die haben wir jetzt
einfach im Februar installiert.

GBC AG: Im Rahmen Ihrer Wachstumsstrategie forcieren Sie gezielt die
Expansion über ihre Kernmärkte wie Deutschland und die Schweiz hinaus.
Können Sie schon Auskunft geben über die Fortschritte bei der
Internationalisierung ihres Unternehmens?

Gerson Riesle: Wie gesagt hatten wir schon vor der Pandemie mit der
Internationalisierung begonnen, wir waren dann in den letzten beiden Jahren
natürlich etwas eingeschränkt und stocken hier jetzt gerade kräftig auf.

Um es als Bild auszudrücken, sind wir hier in den letzten beiden Jahren
wegen der Reisebeschränkungen und der gesamten Unsicherheit mal kurz in
Deckung gegangen. Wir werden jetzt wieder nach vorne gehen - auf der Basis
der besseren Kapitalausstattung und der Rückkehr der Sicherheit in unsere
Absatzmärkte.

GBC AG: Das Thema ESG und Nachhaltigkeit wird immer präsenter. Welche Rolle
spielt die Facette der Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen beziehungsweise
wie spiegeln Sie Nachhaltigkeitsaspekte in Bezug auf ihre
Geschäftsstrategie respektive Unternehmensphilosophie wider?

Gerson Riesle: Das ist ein wichtiges Thema, das bei uns auch nicht in jedem
unserer Unternehmen gleich gelebt wird. Es wird das eine oder andere
gemacht - Mitfahrgemeinschaften, Geräte abschalten und so weiter - aber
ehrlich gesagt nicht mit System und nicht konsequent genug. Wir haben
natürlich keine energieintensive Fertigung. Bei uns geht es um andere
Faktoren. Optimierung der Anfahrten, Flottenverbrauch und beispielsweise
die Umstellung aller Standorte auf Ökostrom und die Optimierung unserer
Geräte im Feld. Da sind wir dran. Da hilft der neue Druck aus dem
Kapitalmarkt und auch die klar formulierte Erwartung vieler unserer
Mitarbeiter.

GBC AG: Herr Riesle, zum Abschluss eine Frage für Investoren mit
langfristigem Anlagehorizont. Wo sehen Sie die InterCard in fünf Jahren?

Gerson Riesle: Wir wollten unseren Umsatz in diesem Zeitraum auf rund 40
Mio. Euro erneut verdoppelt und dabei soll es bleiben. Wir tun alles dafür.
Wir haben gerade über alle unsere Bereiche hinweg Etappenpläne
ausgearbeitet, was ab sofort Monat für Monat erreicht werden muss, um im
ersten Halbjahr und insgesamt in diesem Jahr die Grundlagen dafür zu legen.
Wir meinen das also ernst.

GBC AG: Besten Dank für das Gespräch Herr Riesle.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/23413.pdf

Kontakt für Rückfragen
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (4,5a,5b,6a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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Datum (Uhrzeit) Fertigstellung: 21.02.2022 (10:45 Uhr)
Datum (Uhrzeit) erste Weitergabe: 21.02.2022 (12:00 Uhr)

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Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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