Research-Studie


Original-Research: Baumot Group AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu Baumot Group AG

Unternehmen: Baumot Group AG
ISIN: DE000A2DAM11

Anlass der Studie: Management Interview
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Matthias Greiffenberger

GBC Research Comment – Baumot Group AG

GBC: Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts drohen nun Fahrverbote
in deutschen Großstädten. Ihr Nachrüstsystem BNOx würde das Einhalten der
Grenzwerte ermöglichen. Haben Sie bereits eine steigende Nachfrage
verzeichnen können?

Roger Kavena: Die Nachfrage nach unserem BNOx System ist in den vergangenen
Monaten aufgrund der Dieseldebatte sehr stark angestiegen. Wir erhalten
täglich rund 300 Anrufe und 100 Emails mit Anfragen von Kunden. Darüber
hinaus haben sich in den vergangenen 5 Monaten rund 15‘000 betroffene
Personen für unseren Newsletter angemeldet. Ein Großteil der Anfragen zielt
auf eine sofortige Nachrüstung mit dem BNOx System ab. Unabhängig von der
Kostenübernahme durch Hersteller oder Staat. Leider können wir jedoch noch
keine Hardware-Nachrüstung anbieten, da hierzu die gesetzliche Grundlage
noch fehlt.

Persönlich möchte ich anmerken, dass zum Teil sehr traurige Schicksale mit
möglichen Fahrverboten verbunden sind: Alleinerziehende Mütter und Menschen
mit Behinderung, welche sich vor drei Jahren noch einen „sauberen“ Euro 5
Diesel-Pkw gekauft hatten und zum Teil teuer umgebaut haben, stehen nun vor
einem Trümmerhaufen: Es fehlt das Geld für eine Neuanschaffung (selbst mit
Umweltprämien der Hersteller!) und eine preiswerte Hardware Nachrüstung ist
gesetzlich noch immer nicht möglich. Neben den massiven Wertverlusten
drohen diesen Menschen nun Mobilitätseinschränkungen welche gar
existenzgefährdend sein können.

GBC: Wie wirtschaftlich wäre die Nachrüstung für den Endverbraucher und wie
könnte die flächendeckende Nachrüstung in Deutschland finanziert werden?

Roger Kavena: Je nach Fahrzeug kostet die Nachrüstung mit einem BNOx System
zwischen EUR 1.500 und EUR 3.000. Ein Großteil der von Dieselfahrverboten
betroffenen Fahrzeuge sind Euro 4, Euro 5 und Euro 6 Diesel-Pkw, wobei Euro
5 Fahrzeuge mit rund 5,9 Millionen Bestandsfahrzeugen den Großteil
ausmachen. Diese Fahrzeuge sind zum Teil weniger als drei Jahre alt.
Dementsprechend ist ihr Restwert oftmals deutlich höher als die Kosten
einer Nachrüstung. Ein Fahrverbot hätte einen deutlich höheren Wertverlust
zur Folge als die Kosten für eine BNOx Nachrüstung. Dasselbe trifft bei
Euro 6 und auch bei einem Teil der Euro 4 Fahrzeuge zu. Insofern macht für
diese Diesel-Pkw eine BNOx Nachrüstung wirtschaftlich Sinn.

GBC: Die Wirksamkeit der BNOx-Systeme wurde mehrfach nachgewiesen, so z.B.
auch vom ADAC in der EcoTest-Messung. Trotz der technischen Möglichkeiten
der Nachrüstsysteme und der mehrfach nachgewiesenen Wirksamkeit wird das
BNOx-System noch nicht eingesetzt. Was müsste noch passieren, damit BNOx
zum Einsatz kommt?

Roger Kavena: Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag festgehalten,
dass eine Hardware Nachrüstung dort vorgenommen werden soll, wo sie
technisch und wirtschaftlich möglich ist. Gemäß dem ADAC, ZDK
(Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe) und einem
Regierungsgutachten (Wachtmeister-Gutachten) ist die technische Nachrüstung
bei 95% der Euro 5 Diesel-Pkw machbar. Die von der Regierung eingesetzte
Expertengruppe hat hierzu Gutachten (u.a. Wachtmeister-Gutachten) in
Auftrag gegeben. Wir erwarten, dass diese Gutachten zeitnahe vorliegen und
in eine „Nachrüst-/Förderrichtlinie“ Eingang finden. Diese Gutachten und
Expertenmeinungen werden die gesetzlichen Grundlagen für Förderrichtlinien
bilden.

GBC: Im Falle eines regulatorischen Wandels, wie hoch schätzen Sie den
tatsächlichen Bedarf nach Nachrüstsystemen in Deutschland ein?

Roger Kavena: Wir gehen davon aus, dass aktuell rund 20 Städte von
möglichen Dieselfahrverboten betroffen wären. Dabei handelt es sich um
Städte wie Stuttgart, München, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hamburg. In
diesen Städten kommt man ohne Hardware-Nachrüstung nicht um
Dieselfahrverbote herum. Gemäß Daten des KBA liegt der Bestand von Euro 4,
Euro 5 und Euro 6 Diesel-Pkw in den 20 Städten bei rund 2 Millionen Pkw.
Wir gehen davon aus, dass deutschlandweit rund 1 Million Diesel-Pkw
nachgerüstet werden müssten. Deutschlandweit beläuft sich der Bestand an
Diesel-Pkw der Euronormen 4, 5 und 6 auf rund 13 Millionen Fahrzeuge.

GBC: Somit könnte also ein großes Auftragsvolumen in naher Zukunft auf Sie
zu kommen. Wären Sie in der Lage kurzfristig eine derart hohe Nachfrage
bedienen zu können?

Roger Kavena: Sobald eine gesetzliche Grundlage gegeben ist, sind wir in
der Lage das Lieferprogramm für die „Rennertypen“ innerhalb von sechs
Monaten aufzubauen. Die Applikations- und Produktionsvorbereitungen laufen
bereits auf Hochtouren. Sowohl für das Engineering als auch die Produktion
werden wir mit namhaften Dienstleistern und Tier 1 Lieferanten zusammen
arbeiten. Die wesentlichen Komponenten welche für das BNOx System benötigt
werden, können der Serienproduktion für Automobilhersteller entnommen
werden.

GBC: Herr Kavena, vielen Dank für das Gespräch.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/16159.pdf

Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR. Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------


Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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