Research-Studie


Original-Research: CENIT AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu CENIT AG

Unternehmen: CENIT AG
ISIN: DE0005407100

Anlass der Studie: Research Comment
Empfehlung: Kaufen
Kursziel: 16,50 Euro
Kursziel auf Sicht von: 31.12.2021
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Cosmin Filker, Marcel Goldmann

Umsatzrückgang im ersten Halbjahr 2020 moderat ausgefallen, positives
Ergebnisniveau trotz rückläufiger Geschäftsentwicklung, flachere
Erholungskurve unterstellt und Kursziel auf 16,50 EUR (bisher: 18,10 EUR)
angepasst, Rating KAUFEN

In den ersten sechs Monaten hat die CENIT AG einen Umsatzrückgang in Höhe
von -11,6 % auf 74,69 Mio. EUR (VJ: 84,50 Mio. EUR) hinnehmen müssen.
Erwartungsgemäß ist der Umsatzrückgang bei den Beratungs- und
Serviceumsätzen mit -15,9 % auf 20,38 Mio. EUR (VJ: 24,23 Mio. EUR) stärker
ausgefallen als bei den Umsätzen mit Fremdsoftware (-11,2 %) sowie mit
Eigensoftware (-3,7 %). Im Beratungsbereich wurden dabei viele Projekte
gestoppt. Zudem hat Airbus, einer der größten Kunden im Servicebereich, das
Geschäft deutlich zurückgefahren. Die Softwareumsätze profitierten hingegen
von einem hohen Anteil wiederkehrender Umsätze, die gemäß
Unternehmensangaben rund 50 % ausmachen.

Parallel zum Umsatzrückgang in Höhe von 9,81 Mio. EUR konnten aber auch die
operativen Kosten um 8,47 Mio. EUR reduziert werden. Einerseits hatte das
geringere Geschäftsvolumen zu einer Reduktion der teilweise variablen
Materialaufwands geführt. Darüber hinaus kam es vor allem durch den Einsatz
von Kurzarbeit zu einer ebenfalls deutlichen Minderung beim
Personalaufwand. Auch wenn damit insgesamt der Umsatzrückgang größtenteils
aufgefangen wurde, weist die CENIT AG naturgemäß eine Minderung des EBIT
auf 0,78 Mio. EUR (VJ: 2,06 Mio. EUR). Hervorzuheben ist dabei, dass es
der Gesellschaft gelungen ist, trotz des sichtbaren Umsatzrückgangs, den
EBIT-Break Even zu halten. Auch beim Nachsteuerergebnis wurde mit 0,31 Mio.
EUR (VJ: 1,36 Mio. EUR) noch ein positiver Wert erreicht.

Das CENIT-Management sieht sich auch im Rahmen der
Halbjahresberichterstattung noch nicht in der Lage, verlässliche Umsatz-
und Ergebnisprognosen für das laufende Geschäftsjahr abzugeben. Unserer
Ansicht nach ist aber insgesamt mit einem sichtbaren Umsatz- und
Ergebnisrückgang zu rechnen. Wie in den ersten sechs Monaten bereits
beobachtet werden konnte, wird die Geschäftsentwicklung weiterhin von
Projektverschiebungen und einem zögerlichen Investitionsverhalten geprägt
sein. Dabei spielt hier der Umstand, wonach ein Großteil der CENIT-Kunden
aus den Bereichen Luftfahrt, Automobil- sowie der Produktionsindustrie
stammt, eine besondere Rolle.

Laut VDMA rechnen mehr als die Hälfte der deutschen Maschinenbauer für 2020
mit Umsatzeinbußen von 10 - 30 % und lediglich 60 % der befragten
Unternehmen erwarten für 2021 Umsatzsteigerungen. Der Verband der
Automobilindustrie (VDA) rechnet für 2020 mit einem Rückgang der PKW-
Neuzulassungen in Deutschland in Höhe von 23 %. Schließlich hat Airbus,
einer der wichtigsten CENIT-Kunden angekündigt, in den kommenden zwei
Jahren die Produktion um rund 40 % zu kürzen. In der Breite sehen die
konjunkturellen und kundenspezifischen Vorgaben für die CENIT AG besonders
für 2020 negativ aus.

Wir haben unsere bisherigen konkreten Prognosen (siehe Studie vom
13.05.2020) für die Geschäftsjahre 2020, 2021 und 2022 an die aktualisierte
Lage angepasst. Auf Basis der erreichten Halbjahres-Umsätze, erscheinen
unsere bisherigen Prognosen, in denen wir einen Umsatzrückgang von 20 %
unterstellt hatten, zu konservativ. Wir gehen von einem ähnlichen
Umsatzniveau im zweiten Halbjahr aus und heben dementsprechend die 2020er
Umsatzprognosen auf 145,95 Mio. EUR (bisher: 137,37 Mio. EUR) an. Da der
Rückgang der operativen Kosten etwas niedriger als von uns angenommen
ausgefallen ist, reduzieren wir unsere EBIT-Prognose auf 1,58 Mio. EUR
(bisher: 2,20 Mio. EUR). In den Folgejahren könnte die CENIT AG zwar von
einem wieder anziehenden Geschäft profitieren, wir gehen jedoch von einer
deutlich flacheren Erholungskurve als bislang aus. Demzufolge haben wir
unsere Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2021 und 2022 jeweils nach unten
angepasst.

Im Rahmen unseres angepassten DCF-Bewertungsmodells haben wir ein neues
Kursziel in Höhe von 16,50 EUR (bisher: 18,10 EUR) ermittelt. Einerseits
ergibt sich ein leicht kurzielerhöhender Effekt aus der Verlängerung der
Kurzielbasis auf 31.12.2021 (Roll-Over-Effekt). Diesem steht aber unsere
Prognosesenkung gegenüber, was insgesamt zur Kurzielreduktion geführt hat.
Auf Basis des aktuellen Aktienkurses in Höhe von 9,90 EUR vergeben wir
weiterhin das Rating KAUFEN.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/21303.pdf

Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,6a,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 06.08.20 (13:44 Uhr)
Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 06.08.20 (15:00 Uhr)

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Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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