Research-Studie


Original-Research: EQS Group AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu EQS Group AG

Unternehmen: EQS Group AG
ISIN: DE0005494165

Anlass der Studie: Research Update
Empfehlung: Halten
Kursziel: 91,50 EUR
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Matthias Greiffenberger; Cosmin Filker

Sehr starkes Q1
Wachstum am oberen Ende der Guidance

Die EQS Group startete wie erwartet sehr dynamisch in das Jahr 2020 und
konnte unsere Erwartungen im ersten Quartal 2020 deutlich übertreffen. Die
Umsatzerlöse beliefen sich auf 8,35 Mio. € (VJ: 8,54 Mio. €), was bereinigt
um die entkonsolidierte ARIVA.DE AG (zum 01.07.2019) einem Umsatzwachstum
von 21,2% entspricht (VJ fortgeführte Geschäftsfelder: 6,89 Mio. €).

Das signifikante Umsatzsatzwachstum ist einerseits auf das neue Cockpit mit
den Modulen CRM, Mailing und Investors und andererseits auf die höhere
Nachfrage im Bereich der Webcasts und der virtuellen Hauptversammlungen
zurückzuführen. Die höhere Nachfrage in diesem Bereich ist vornehmlich auf
die Corona-Krise zurückzuführen, da derzeit die Unternehmen verstärkt auf
die Digitalisierung setzen, um gewohnte Geschäftsprozesse weiterhin
umsetzen zu können.

Das Segment Compliance stieg, bereinigt um die ARIVA.DE AG, um 21% auf 4,19
Mio. € an (VJ: 4,10 Mio. €) und weist starke Umsatzbeiträgen aus den
Bereichen Meldepflichten, XML und LEI auf. Die hohe
Wachstumsgeschwindigkeit lag im Rahmen der Management-Erwartungen. Da der
Compliance Markt sehr dynamisch wächst und die EQS Group noch ein
vergleichsweise junger Marktteilnehmer in diesem Segment ist, wurden auch
sehr hohe Wachstumsziele gesetzt.

Das Segment Investor Relations wuchs ebenfalls um 21%, was aber über den
Erwartungen des Managements lag. Hintergrund für dieses dynamische Wachstum
waren insbesondere die Leistungen, die im Rahmen der Corona-Krise mehr
nachgefragt wurden. Aber auch das neue Cockpit sollte einen signifikanten
Umsatzbeitrag geliefert haben. So konnten bereits 312 Kunden für das neue
Cockpit gewonnen werden. Insgesamt ist das Unternehmen sehr dynamisch in
das erste Quartal 2020 gestartet und hat offensichtlich mehr positive als
negative Effekte aus der Corona-Krise.

Das EBITDA steigerte sich deutlich auf 0,80 Mio. € (VJ: 0,44 Mio. €).
Bereinigt um die IFRS-16 Effekte belief sich das EBITDA auf 0,31 Mio. €.
Somit ist eine klare Rückkehr zur Profitabilität erkennbar, da der
Höhepunkt der Investitionsphase überschritten wurde.

Ergebnisseitig trugen fünf der sieben Standorte einen positiven
EBITDA-Beitrag bei. Noch nicht profitabel waren Frankreich und die USA. Bei
diesen vergleichsweisen jungen Standorten wird stark auf Wachstum gesetzt;
dennoch sollte sich mittelfristig auch bei neueren Standorten eine
Profitabilität einstellen.

Neben den deutlichen Umsatzsteigerungen wurden auch Kostenoptimierungen
erzielt. Der operative Aufwand, bereinigt um die ARIVA.DE AG, reduzierte
sich um 3%. Die Kostenreduktionen konnten durch das Auslaufen des
Investitionsprogramms und durch geringere Kosten im Zuge der Fertigstellung
von Modulen für das Cockpit realisiert werden. Insgesamt wurde damit ein
Konzernergebnis in Höhe von -0,26 Mio. € erzielt (VJ: -1,58 Mio. €,
exklusive ARIVA.DE AG).

Im Rahmen der Q1-Zahlen hat der Vorstand die Guidance bestätigt. Aktuell
plant das Unternehmen einen Umsatzanstieg um 10% bis 20% auf 35,10 Mio. €
bis 38,20 Mio. € und ein EBITDA in Höhe von 3,50 bis 4,50 Mio. €. Das
Unternehmen ist bereits sehr dynamisch in das erste Quartal 2020 gestartet.
Es wird sich zeigen, ob es noch negative Folgen im Rahmen der Corona-Krise
geben wird. Dennoch zeigt sich hier, dass das Unternehmen für die Krise gut
aufgestellt ist.

Im Zuge dessen sollten die Online-Hauptversammlungen in den kommenden
Quartalen ebenfalls weitere Umsätze generieren. Aktuell werden in
Deutschland die Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus zurückgefahren
und zunehmend mehr Mitarbeiter gehen wieder in die Büros. Dies könnte auch
einen leichten Rückgang der Webcasts bedeuten, wobei dies auf einem hohen
Niveau stattfinden würde. Zudem könnte es auch sein, dass einige
Unternehmen die Digitalisierung nachhaltiger nutzen und weiterhin
umfangreich Webcasts bei der EQS buchen. Vor diesem Hintergrund bestätigen
wir unsere Prognose und erwarten weiterhin ein Umsatzwachstum im mittleren
Bereich der Guidance. Wir erwarten ein Umsatzwachstum um 16,1% (bereinigt
um ARIVA.DE) auf 37,00 Mio. € im laufenden Geschäftsjahr 2020 (VJ: 31,87
Mio. €), bzw. 41,44 Mio. € im Jahr 2021 und 46,83 Mio. € im Jahr 2022.

Die EQS Group dürfte weniger als andere Unternehmen von der Corona-Krise
betroffen sein. Zwar könnten sich Verkaufszyklen verlängern und
möglicherweise vereinzelt Kunden in Zahlungsschwierigkeiten geraten,
dennoch ist das Geschäftsmodell insgesamt kaum von der Corona-Krise
betroffen. Im Gegenteil, derzeit sollten sich zahlreiche positive Effekte
auf das Unternehmen auswirken. So erwarten wir ein höheres Meldevolumen,
verursacht durch die Corona-Krise, da zahlreiche Unternehmen
Pflichtmittelungen diesbezüglich veröffentlichen müssten und zudem weitere
Meldungen als freiwilliges Informationstool nutzen. Weiterhin werden
aktuell vermehrt Webcasts gebucht, um den erhöhten Bedarf an interner und
externer Kommunikation abzubilden. Darüber hinaus ermöglicht die
gegenwärtige Gesetzgebung auch Online-Hauptversammlungen, welche sich bei
der EQS nun ebenfalls einer deutlich höheren Nachfrage erfreuen.

Im Jahr 2021 sollte neben den bestehenden Wachstumsfaktoren noch die
Integrity Line verstärkt hinzukommen. Der Grund hierfür ist, dass eine
EU-Richtline zum Schutz von Hinweisgebern verabschiedet wurde, welche bis
November 2021 in den Mitglied-staaten umgesetzt werden muss. Diese
Richtline sollte mit der Integrity Line bestmöglich erfüllt sein.

Wir erwarten auch für die Folgejahre eine hohe Umsatzwachstumsdynamik und
prognostizieren Umsatzerlöse in Höhe von 41,44 Mio. € im Jahr 2021 und in
Höhe von 46,83 Mio. € im Jahr 2022. Für das zukünftige Umsatzwachstum
sollte neben den Megatrends Globalisierung, Regulierung und Digitalisierung
auch die paneuropäische Positionierung des Unternehmens helfen.
Zusammenfassend gehen wir von einem dynamischen Wachstum sowie einem guten
Wachstumsjahr 2020 aus, sofern sich die Corona-Krise nicht maßgeblich
intensiviert.

Die Ergebnisguidance für das laufende Geschäftsjahr 2020 liegt bei einem
EBITDA von 3,50 bis 4,50 Mio. €. Darüber hinaus wurde im Geschäftsbericht
2018 konkretisiert, dass zwischen den Jahren 2019 und 2025 mit einem
durchschnittlichen jährlichen Umsatzwachstum von 15% bis 20% gerechnet wird
und ein überproportionaler EBITDA-Margenanstieg auf mindestens 25% im Jahr
2025 geplant ist.

Da nun die Investitionsphase den Zenit überschritten hat, sollten auch
deutliche Margenverbesserungen erzielt werden können. Wir gehen davon aus,
dass sich das EBITDA im laufenden Geschäftsjahr 2020 um 57,1% auf 4,00 Mio.
€ verbessern wird, gefolgt von 7,74 Mio. € (2021) und 10,22 Mio. € (2022).
Durch diese überproportionalen Ergebnisverbesserungen erwarten wir
deutliche Margensteigerungen auf 10,8% (2020) sowie auf 18,7% (2021) bzw.
21.8% (2022). Hier ist jedoch zu beachten, dass auch der cashneutrale
IFRS-16-Effekt positiv zur Margenentwicklung beiträgt.

Somit kommen wir auf EBIT-Ebene für das laufende Geschäftsjahr 2020 auf
0,00 Mio. €, gefolgt von 3,54 Mio. € (2021) und 6,12 Mio. € (2022).

Das Finanzergebnis sollte im Wesentlichen nur Zinsaufwendungen in Höhe von
0,20 Mio. € aufweisen bei einer geringen Steuerlast, welche mit den
steigenden Ergebnissen zunimmt. Folglich erwarten wir ein Nettoergebnis in
Höhe von -0,26 Mio. € im laufenden Geschäftsjahr 2020 bzw. 2,51 Mio. € im
Geschäftsjahr 2021 und 4,26 im Jahr 2022.

Somit sollten sich überproportionale Ergebnisverbesserungen in den
kommenden Jahren einstellen, welche sich auch deutlich positiv auf das
Nettoergebnis ab dem Geschäftsjahr 2021 niederschlagen werden.

Die Entwicklung des ersten Quartals lag über unseren Erwartungen. Wenn das
Unternehmen die Wachstumsgeschwindigkeit auch im zweiten Quartal
aufrechterhalten kann und absehbar ist, inwieweit die Performance im Rest
des Jahres verlaufen wird, werden wir unsere Prognosen anpassen. Daher sind
unsere Prognosen zurzeit als konservativ anzusehen und wir bestätigen unser
Kursziel in Höhe von 91,50 € und vergeben das Rating Halten. Die
Rating-Anpassung ist erfolgt durch die dynamische Kursentwicklung der
Aktie. So kam es zu einem Kursanstieg um 16,7% seit unseres letzten
Research Reports (22.04.2020).

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/20883.pdf

Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,7,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 22.05.2020 (16:20 Uhr)
Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe: 25.05.2020 (10:00 Uhr)
Gültigkeit des Kursziels: bis max. 31.12.2020

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Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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Anleihe der German Real Estate Capital S.A. stark überdurchschnittlich attraktiv

Die Anleihe der German Real Estate Capital S.A. weist aktuell eine Effektivverzinsung von ca. 14 % auf. Da es sich hier quasi um eine Immobilien-Anleihe handelt, ist das Anleiherisiko überschaubar. Insgesamt verfügt die German Real Estate-Gruppe über 6 Objekte, 24 Bestands- und 22 Handelsobjekte, womit eine Kombination aus stetigen Einnahmen und attraktiven Entwicklerrenditen erreicht wird. Wir stufen die Anleihe als stark überdurchschnittlich attraktiv ein.