Research-Studie


Original-Research: artec technologies AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu artec technologies AG

Unternehmen: artec technologies AG
ISIN: DE0005209589

Anlass der Studie: Research Note
Empfehlung: Kaufen
Kursziel: 6,25 Euro
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Marcel Goldmann, Cosmin Filker

Neupositionierung als BOS-Spezialist und Cloud-Dienstleister fortgesetzt
und im Erfolgsfall mit einem 2019er KGV von unter 10 günstig bewertet; 1.
HJ 17 operativ schwach; 2. HJ 17 deutlich positiver erwartet

Die artec technologies AG (artec) hat sich in den letzten 12 bis 18 Monaten
strategisch neu positioniert. Im Sicherheitsbereich (MULTIEYE) fokussiert
sich das Unternehmen mit seinen Produkt- und Softwarelösungen verstärkt auf
Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). In der zweiten
Sparte, Media & Broadcast (XENTAURIX), hat sich die Gesellschaft darauf
konzentriert, das Produktportfolio zunehmend als Cloud-Lösung (SaaS,
Mietsoftware) anzubieten.

Das traditionelle Projektgeschäft der artec soll unserem Erachten nach in
beiden Geschäftsbereichen nur noch betrieben werden, wenn hierdurch die
personellen Ressourcen des Konzerns nicht zu stark beansprucht werden und
sich der Auftrag als besonders renditeträchtig erweist.

Die Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten war geprägt von der
Weiterentwicklung der MULTIEYE- und der XENTAURIX-Plattform, sowie dem
Aufbau des Cloud-Bereichs (Infrastruktur, Erweiterung der Cloud-
Kapazitäten). Diese Entwicklungsmaßnahmen haben zu einer starken
Personalbindung geführt und sich damit negativ auf die Umsatzentwicklung
ausgewirkt, da hierdurch weniger Aufträge angenommen werden konnten. So
fiel der Umsatz im ersten Halbjahr um 63,9% auf 0,60 Mio. EUR (VJ: 1,66
Mio. EUR). Der Umsatzmix im 1. HJ 2017 war insgesamt sehr stark von
Softwarekomponenten geprägt.

Unabhängig von der Umsatzentwicklung hat sich artec in den letzten Monaten
qualitativ weiterentwickelt und damit seine hervorragende technologische
Marktposition gefestigt. So wurde bspw. die XENTAURIX-Plattform um TV- und
-Radiosender, Web-TV und Videoquellen aus sozialen Medien erweitert. Durch
die technologische Fortentwicklung wurde eine gute Basis für ein
nachhaltiges profitables Wachstum gelegt. Insbesondere die Erweiterung der
XENTAURIX -Plattform um einen Cloud-Service sollte sich mittelfristig für
das Unternehmen besonders auszahlen, da bei der Datenanalyse von
Bewegtbildern zunehmend auf Cloud-Lösungen zurückgegriffen wird und Cloud-
Dienste allgemein als margenstark gelten. Darüber hinaus kann die
Gesellschaft durch ein Angebot von Cloud-Lösungen wiederkehrende Umsätze
generieren, da solche Leistungen über einen Zeitraum von bspw. mehr als 12
Monate abgerechnet werden können. Umsätze in diesem Segment sollten sich
auch als besonders renditestark erweisen, da für ein solches Angebot von
artec nur ein geringfügiger Materialeinsatz geleistet werden muss.

Auf Kundenebene konnte das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr neben
mehreren Kleinkunden bereits einen ersten Großkunden, einen internationalen
Medienkonzern, im Cloud-Segment gewinnen. Zudem befindet sich die
Gesellschaft in diesem Bereich in weiteren Gesprächen und sollte hierbei in
dem neuen Segment den Kundenstamm zukünftig weiter ausbauen können.

Aufgrund des margenstärkeren Produktmixes stieg die Rohmarge in den ersten
sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahr auf 70,5% (VJ: 62,2%) und konnte
damit deutlich gesteigert werden. Insgesamt sank, insbesondere aufgrund des
geringeren Umsatzvolumens, das operative Ergebnis (EBITDA) im Vergleich zum
Vorjahr auf -0,41 Mio. EUR (VJ: 0,04 Mio. EUR).

Durch die im 1. HJ 2017 vorgenommenen Produktentwicklungen hat die artec AG
unseres Erachtens ihre Position als eines der technologisch führenden
Unternehmen im Bereich Datenanalyse, insbesondere von Bewegtbildern,
gefestigt. Nachdem der Umsatz im 1. HJ 2017 schwächer als erwartet
ausgefallen war, rechnen wir mit einem deutlich stärkeren 2. HJ. Hierzu
soll zum einen ein starkes Jahresendgeschäft beitragen, da Kunden - wie
üblich- in den Bereichen Media & Broadcast noch ihre Jahresbudgets
ausschöpfen wollen. Zudem erwarten wir noch den ein oder anderen
Großauftrag. Aufgrund des schwachen 1. HJ 2017 erwarten wir nun aber ein
geringeres Umsatzvolumen in Höhe von 2,10 Mio. EUR, nachdem wir zuvor von
2,45 Mio. EUR ausgegangen waren.

In den kommenden Jahren sollten die zuvor beschriebenen Neu- und
Weiterentwicklungen der Softwareplattformen zu einem deutlichen
Nachfrageanstieg führen, da einerseits die Leistungsfähigkeit der
Produktpalette erhöht wurde und andererseits zusätzliche Zielgruppen
angesprochen werden. Somit sind wir für die zukünftige
Unternehmensentwicklung weiterhin positiv gestimmt und rechnen für die GJ
2018 und 2019 mit deutlichen Umsatzzuwächsen.

Aufgrund des schwächer als erwartet verlaufenen 1. HJ 2017 haben wir ebenso
unsere Ergebnisprognose für das GJ 2017 angepasst. Wir erwarten nun ein
operatives Ergebnis (EBITDA) in Höhe von -0,41 Mio. EUR (zuvor: -0,14 Mio.
EUR). Im GJ 2018 sollte der Turnaround beim operativen Ergebnis einsetzen,
auch wenn wir weiterhin mit Kosten im Zusammenhang mit der
Weiterentwicklung der Softwareplattform rechnen.

Zudem erwarten wir, dass der Vertrieb deutlich ausgebaut wird, v.a. im
Hinblick auf die in 2017 gestartete Cloud-Offensive. Alles in allem gehen
wir nun für das GJ 2018 von einem Betriebsergebnis (EBITDA) in Höhe von
0,08 Mio. EUR aus, nachdem wir bislang 0,41 Mio. EUR erwartet hatten.

Insgesamt halten wir die strategische Neupositionierung für sinnvoll und
gehen weiterhin davon aus, dass im eingeschwungenen Zustand EBITDA-Margen
in einer Größenordnung von deutlich über 30,0% erreicht werden können. Den
mittelfristigen Zielwert für die EBITDA-Marge haben wir weiterhin mit 35,0%
angesetzt.

Bis zum Jahresende rechnen wir mit einem positiven Newsflow aus beiden
Geschäftsbereichen. Ab 2018 erwarten wir dann verstärkt positive Effekte
auf die Ergebniskennzahlen aus den Softwareentwicklungsanstrengungen und
den Investitionen zum Aufbau des Cloud-Bereichs. In 2019 sollten diese
Effekte v.a. durch einsetzende Skaleneffekte noch stärker sichtbarer werden
und zu einem deutlichen Ergebnissprung führen. Hierbei sollte eine EBITDA-
Marge von über 30% erzielt werden können.

Vor dem Hintergrund der angepassten Prognosen haben wir auch das bisherige
Kursziel von 6,45 EUR auf 6,25 EUR leicht gesenkt, wobei der eingesetzte
Roll-Over-Effekt mit dem Geschäftsjahreshorizont auf Ende 2018 (bisher
2017) einer stärkeren Kurszieländerung entgegenwirkte. Das Unternehmen
verfolgt mit der Konzentration auf BOS und Cloud-Dienste eine spannende
Neupositionierung und ist im Erfolgsfall mit einem 2019er KGV von unter 10
für ein Spezialsoftwareunternehmen, welches in einem wachstumsstarken
Marktsegment operiert, günstig bewertet. Auf Basis des aktuellen
Kursniveaus vergeben wir weiterhin das Rating KAUFEN.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/15883.pdf

Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach §34b Abs. 1 WpHG und FinAnV Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (4,5a,5b,6a,10,11); Einen Katalog möglicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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-------------------übermittelt durch die EQS Group AG.-------------------


Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.

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